Die Visitenkarte im Netz

Posted on Februar 1, 2010

Das Internet vergisst nichts.

Ein wenig angsteinflössend ist es schon, auf was unsere Enkel einmal stoßen könnten, wenn sie in vierzig Jahren den Namen der Großeltern googeln. Ich hoffe, es werden ein paar repräsentative Fotos von der Omi sein und vor allem ein Querschnitt der Dinge, die sie ihr Leben lang gemacht hat.

Am ersten Tag des neuen Monats Februar waren zwei Experten in Sachen Online-Reputation bei uns am Studiengang. Klaus Eck und Michael Reuter versuchten uns angehenden Kommunikationsprofis eindringlich klar zu machen, wie wichtig unsere Online Präsenz künftig sein wird. Ob wir schon mal unseren Namen gegoogelt haben, wurden wir da zum Beispiel gefragt. Und ja, ich google meinen Namen hin und wieder. Ich möchte einfach wissen, welches Bild jemand von mir bekommt, der über das Internet herausfinden möchte, wer ich bin.

Ich glaube, dass es künftig immer wichtiger sein wird, sich seiner Qualitäten bewusst zu werden und diese gezielt zu kommunizieren. Genau das, was Marketingmanager täglich an Produkten vollziehen wird man/frau machen (müssen), um am Arbeitsmarkt erfolgreich zu sein, um überhaupt wahrgenommen zu werden. Ob diese Entwicklung nun zu bedauern oder zu bejubeln ist, bleibt die Frage. Als ich mit meinem Studium an der FH begonnen habe, war ich zugegebenermaßen auch ein wenig überfordert, als uns gesagt wurde, auf welchen Social Media Portalen wir präsent sein sollen/müssen/können. Ein Blog haben, auf Twitter posten, auf Facebook sein, auf Delicious bookmarken – so viel zu tun und so wenig Zeit, dachte ich. Mittlerweile kann ich die Vorzüge dieser Tools aber immer klarer erkennen. Und man findet immer mehr von mir im Internet und … das finde ich großartig.

Unglücklicherweise sind sich viel zu viele der Reputationsfunktion von Facebook, MySpace und Co. nicht bewusst. Immer wieder stoße ich auf Profilfotos von jungen Mädls, auf denen wenig von ihrem Gesicht, aber dafür viel von ihrem Dekolletee zu sehen ist. Jetzt mag dieses Bewusstsein mit meiner Ausbildung zu tun haben, ein wenig Hausverstand (den echten, nicht den gelb-roten) in diesen Dingen kann aber doch erwarten.

Deshalb meine Empfehlung: Workshops an Schulen, um das Bewusstsein zu schärfen und auf die Gefahren von zu viel Offenheit im Netz hinweisen. Denn wer von uns will schon seine Jugendsünden von den Enkeln vorgelegt bekommen?

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Auch der Schneeengel hat dazu gebloggt: Workshop “Onlinereputation” mit Klaus Eck und Michael Reuter (#or10)

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9 Responses to “Die Visitenkarte im Netz”

  1. fschuetz
    Feb 02, 2010

    Hallo Frau Aichhorn!

    Einen sehr interessanten Blog haben Sie da…den werde ich im Auge behalten!
    ;-)

    Und Sie (und die Experten) haben definitiv Recht: Das Thema Online Reputation Management wird immer wichtiger!

    Haben Sie Ihren Namen schon mal bei Yasni eingegeben? Da bekommen Sie die Ergebnisse zu Ihrem Namen etwas übersichtlicher als bei Google nach Themen vorsortiert und kannst die Suche mit Begriffen verfeinern:

    http://www.yasni.de/?name=Claudia+Aichhorn&sh

    Leider ist der Begriff “Online Reputation Management” noch nicht bei allen Teilen der Bevölkerung angekommen…wir versuchen daher auch, in diesem Bereich viel Aufklärungsarbeit zu leisten und bieten mit unserem Angebot ein 360 Grad-Service zum Managen der eigenen Reputation im Internet.

    1. Schritt:
    Der Check der eigenen Person über http://www.yasni.de/ => wir durchsuchen bei unserem Personen-Check alle gängigen Suchmaschinen wie Google, Yahoo und Co. sowei knapp weitere 100 frei im Netz verfügbare Quellen wie Facebook, Xing, MySpace sowie Blogs und Foren.

    2. Schritt:
    Mit einem eigenen Yasni-Profil sich gezielt eigene Suchergebnisse und Links zuordnen, sich dadurch von Namensvettern abzugrenzen und so den eigenen Ruf aktiv zu beeinflussen und zu managen!

    3. Schritt:
    Yasni Premium => für alle, die im Hinblick auf eine Bewerbung oder den Beruf mit ihrem Profil zu bestimmten Begriffen besonders gut gefunden werden wollen => http://www.yasni.de/premium

    Falls Sie unser Premium-Anagebot mal kostenlos für einen Monat testen willst…sehr gerne! Wäre sehr gespannt auf Ihre Feedback als Social Media-Expertin!

    Viele Grüße,
    Florian Schütz vom Yasni-Team


  2. schneeengel
    Feb 02, 2010

    wegen solchen posts schalt ich die kommentare erst nach prüfung frei.

    aber wenigstens mal ein passender spam. zeigt, dass yasni scheinbar sehr gutes monitoring betreibt… nur mit dem du/Sie und sie/Sie hat er’s scheinbar nicht so ganz… ;)

    aber vllt könnte ihn auch dieser blogpost hier interessieren: http://www.web-ideas.de/social-media/die-frechheiten-der-personensuchmaschinen/ – hat mir heute ein kumpel geschickt.

    bin zwar auch bei yasni (wie auch schon in meinem blogpost zum workshop bemerkt), aber das bezahlmodell benutz ich nicht – werd ich auch nicht – brauch ich auch nicht…

    meine empfehlung in dem bereich: MyOnID


  3. Mark aus Hamburg
    Feb 02, 2010

    Ja, die Jungendlichen müssen in Sachen Medienkompetenz geschult werden und auch auf die Gefahren hingewiesen werden.

    Ansonsten halte ich das alles für ziemlich übertrieben. Erstmal sind nicht alle Angestellte und haben somit auch keine Personalstrategen, die den ganzen Tag nichts besseres vorhaben, als Nach Flecken auf den weißen Westen von potentiellen Lohnabhängigen zu forschen.

    Und die Daten irgendwelcher Omas werden nicht sooo lange halten und es wird auch ein, vielleicht zwei Menschen überhaupt je in 100 Jahren interessieren. Wir hier im Westen nehmen uns und unsere Existienz grundsätzlich viel wichtiger, als sie in Wahrheit ist.

    Jedenfalls versichere ich alles besorgten Lesern, dass man in eigenen Jahren, vielleicht Jahrzehnten gestorben sein wird und einem diese Dinge nicht mehr kratzen (können)!


  4. Barbara Niedner
    Feb 07, 2010

    Kompliment – ein wirklich super Bericht aus Sicht einer Studentin!!!


  5. Marc Marius Mueller
    Feb 07, 2010

    Sie sprechen da einen Punkt an, über den ich im Laufe meiner Recherchen zu meinem Bachelor Report über “Personal Branding” auch dauernd stolpere. Die allerwenigsten beschäftigen sich damit, welche Auswirkungen das im Internet publizierte haben kann. Egal ob das die von ihnen angesprochenen Dekolletee-Fotos sind oder unvorteilhafte Partybilder oder gar geäußerte Beleidigungen oder ähnliches, die einen in den Augen von potenziellen Arbeitgebern schnell disqualifizieren können.
    Ich denke auch, dass eine stärkere Förderung der Medienkompetenz an den Schulen sinnvoll, ja sogar essenziell wichtig wäre. Wir brauchen unbedingt eine Sensibilisierung für Gefahr und Nutzen von online veröffentlichten Daten.
    Ein spannender Themenkomplex.


  6. Moritz Berger
    Feb 07, 2010

    Wenn ich ganz gehässig wäre, dann würde ich Herrn Florian Schütz sein
    Premium-Ana(l)gebot wieder zurückschicken :-) :-)


  7. Claudia Aichhorn
    Feb 07, 2010

    Erst einmal vielen Dank für die zahlreichen Kommentare!

    Die Lawine an Tweets, die der yasni-Kommentar ausgelöst hat, war schon etwas überraschend. Aber dadurch hat yasni unfreiwillig meine Online-Reputation gestärkt und mir viele neue Blogleser und Follower beschert. Danke dafür ;-)


  8. fschuetz
    Feb 08, 2010

    @ Claudia!

    Gern geschehen! Ist ja auch wie gesagt ein sehr lesenswerter Artikel gewesen! Bin gespannt auf die nächsten Beiträge zum Thema ORM!

    Wobei der “Herr” Moritz Berger mit seinem Kommentar nicht wirklich viel zur Diskussion beiträgt…
    ;-)


  9. [...] Die Visitenkarte im Netz Und wie es der Zufall so wollte, war es ebenfalls Klaus Eck, der wenige Tage vor seinem Artikel an der FH Joanneum in Graz die dort Journalismus und Unternehmenskommunikation studierenden Kommilitonen über die Gefahren des niemals vergessenden Internets informierte. Eine Darbietung, die Claudia Aichhorn im Gedächtnis geblieben ist und sie zu einem kleinen Beitrag über die eigene Reputation im Netz inspirierte, der wiederum ein paar gute Kommentare nach sich zog. [...]



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