Die Visitenkarte im Netz
Das Internet vergisst nichts.
Ein wenig angsteinflössend ist es schon, auf was unsere Enkel einmal stoßen könnten, wenn sie in vierzig Jahren den Namen der Großeltern googeln. Ich hoffe, es werden ein paar repräsentative Fotos von der Omi sein und vor allem ein Querschnitt der Dinge, die sie ihr Leben lang gemacht hat.
Am ersten Tag des neuen Monats Februar waren zwei Experten in Sachen Online-Reputation bei uns am Studiengang. Klaus Eck und Michael Reuter versuchten uns angehenden Kommunikationsprofis eindringlich klar zu machen, wie wichtig unsere Online Präsenz künftig sein wird. Ob wir schon mal unseren Namen gegoogelt haben, wurden wir da zum Beispiel gefragt. Und ja, ich google meinen Namen hin und wieder. Ich möchte einfach wissen, welches Bild jemand von mir bekommt, der über das Internet herausfinden möchte, wer ich bin.
Ich glaube, dass es künftig immer wichtiger sein wird, sich seiner Qualitäten bewusst zu werden und diese gezielt zu kommunizieren. Genau das, was Marketingmanager täglich an Produkten vollziehen wird man/frau machen (müssen), um am Arbeitsmarkt erfolgreich zu sein, um überhaupt wahrgenommen zu werden. Ob diese Entwicklung nun zu bedauern oder zu bejubeln ist, bleibt die Frage. Als ich mit meinem Studium an der FH begonnen habe, war ich zugegebenermaßen auch ein wenig überfordert, als uns gesagt wurde, auf welchen Social Media Portalen wir präsent sein sollen/müssen/können. Ein Blog haben, auf Twitter posten, auf Facebook sein, auf Delicious bookmarken – so viel zu tun und so wenig Zeit, dachte ich. Mittlerweile kann ich die Vorzüge dieser Tools aber immer klarer erkennen. Und man findet immer mehr von mir im Internet und … das finde ich großartig.
Unglücklicherweise sind sich viel zu viele der Reputationsfunktion von Facebook, MySpace und Co. nicht bewusst. Immer wieder stoße ich auf Profilfotos von jungen Mädls, auf denen wenig von ihrem Gesicht, aber dafür viel von ihrem Dekolletee zu sehen ist. Jetzt mag dieses Bewusstsein mit meiner Ausbildung zu tun haben, ein wenig Hausverstand (den echten, nicht den gelb-roten) in diesen Dingen kann aber doch erwarten.
Deshalb meine Empfehlung: Workshops an Schulen, um das Bewusstsein zu schärfen und auf die Gefahren von zu viel Offenheit im Netz hinweisen. Denn wer von uns will schon seine Jugendsünden von den Enkeln vorgelegt bekommen?
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Auch der Schneeengel hat dazu gebloggt: Workshop “Onlinereputation” mit Klaus Eck und Michael Reuter (#or10)
Tags: facebook, internet, socialmedia